Antwort der Landesregierung auf kleine Anfrage zur extrem rechten Szene in Dessau-Roßlau
In einer Antwort auf eine „Kleine Anfrage“ der fraktionslosen Abgeordneten Henriette Quade weist die Landesregierung insgesamt 70 Personen aus, die in der extrem rechten Szene der Doppelstadt aktiv sind . Diese seien vor allem in den neonazistischen Kleinstparteien „Der III. Weg“ (mehr dazu hier…und hier…) und deren Jugendorganisation „Nationalrevolutionäre Jugend“ (NRJ siehe hier…) organisiert. Hinzu kommen Parteimitglieder der in Sachsen-Anhalt als „gesichert rechtsextreme Bestrebung“ eingestufte AfD, die vorwiegend im AfD-Kreisverband Dessau-Roßlau assoziiert sind. Explizit stellt die Antwort der Landesregierung dabei auf die Dessauer AfD-Landtagsabgeordnete Nadine Koppehel (mehr dazu hier…) und deren Mutter Magrit Wendt ab. Explizit erwähnt wird auch Rene Diedering, seines Zeichens stellvertretender AfD-Fraktionsvorsitzender im Stadtrat von Dessau-Roßlau, und langjähriger Neonaziaktivist im gewaltbereiten Kameradschaftsspektrum (mehr dazu hier…). Diedering, der im Februar 2025 nachweislich an einem Neonaziaufmarsch im sächsischen Dresden teilnahm (mehr dazu hier…), legte seine Funktion als AfD-Fraktionsvorsitzender im Stadtrat nieder (mehr dazu hier…) und trat aus der AfD aus (mehr dazu hier…) nachdem ruchbar wurde, dass er zum Zeitpunkt seines AfD-Eintrittes noch eine Mitglied der rechtsextremen NPD war (mehr dazu hier…). Was aus der Antwort nicht hervorgeht, ist die einschlägige Neonazivergangenheit des AfD-Ortsbürgermeisters von Roßlau, Laurens Nothdurft. Nothdurft gehörte nachweislich zur Führungsriege (mehr dazu hier…) der 2009 verbotenen „Heimattreuen Deutschen Jugend“ (HDJ), ist bundesweit in der extrem rechten Szene gut vernetzt (mehr dazu hier…) und vertrat zuletzt das rechtsextreme „Compact“-Magazin anwaltlich vor dem Bundesverwaltungsgericht in Leipzig (mehr dazu hier…). Zudem versucht er immer wieder, Demokratiefeste in Roßlau zu verhindern oder zu torpedieren (mehr dazu hier… und hier…). Außerdem wird auf Aktivitäten der rechtsextremen Personenzusammenschlüsse „Freie Kräfte Roßlau/Elbe“ und „Rechte Jugend Roßlau“ hingewiesen. Maßgeblich Führungsperperson der Szene in Roßlau ist demnach der Neonaziaktivist Alexander Weinert, der seit Jahren namentlich im Verfassungsschutz erwähnt wird und in Roßlau das Dienstleistungsgewerbe „AW Bauservice“ betreibt. Auf dem Gewerbegelände befindet sich der rechtsextreme Treffpunkt „Lager 77“ (mehr dazu hier…), in dem Weinert immer wieder zusammen mit den neonazistischen Kleinstparteien „Der III. Weg“ und „Die Heimat“ Info- oder Liederabende organisiert. Laut Landesregierung hat Alexander Weinert so u. a. im Oktober 2024 an einer Trauerfeier für den neonazistischen Versandhändler Henry Behr in Gräfenhanichen teilgenommen (mehr dazu hier…), im Februar 2025 einen neonazistischen Trauermarsch in Dresden besucht (mehr dazu hier…), ist am 01. Mai 2025 an einem Neonaziaufmarsch in Gera (Thüringen) mitgelaufen oder hat am 23. August 2025 in Magdeburg an der extrem rechten Demonstration „ Familie, Heimat & Nation statt CSD & Perversion“ beigewohnt. Seit Jahren stellt das Projekt GegenPart fest, dass der Ortsteil Roßlau in der Region Anhalt ein Hotspot extrem rechter Aktivitäten aller Couleur ist (mehr dazu hier…), die mit Bedrohungen und Sachbeschädigungen einhergehen (mehr dazu hier…und hier…und hier…).
Überdies ist zu erfahren, dass der Landesregierung in Dessau-Roßlau fünf Rechtsextremisten bekannt seien, die Waffen besitzen und über eine entsprechende Erlaubnis verfügten (mehr dazu hier…).

Foto: Projekt GegenPart am 27. Januar 2025 in Roßlau
Quellen: Antwort der Landesregierung (Drucksache 8/6282) vom 27. November 2025 auf Kleine Anfrage (KA 8/3357); eigener Bericht


