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Opferberatungsstellen veröffentlichen Jahresbilanz 2025 – Rechte, rassistische und antisemitische Gewalt in Deutschland


Der Verband der Beratungsstellen für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt (VBRG) ist der bundesweite Zusammenschluss unabhängiger Opferberatungsstellen. Am 21.07.2026 haben sie nun den Jahresbericht für 2025 veröffentlicht.
Die Beratungsstellen des Verbands der Beratungsstellen für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt (VBRG) haben im Jahr 2025 bundesweit 3.167 rechts, rassistisch und antisemitisch motivierte Angriffe dokumentiert. Damit bleibt die Zahl der Gewalttaten auf dem hohen Niveau des Vorjahres. Insgesamt waren 4.298 Menschen betroffen. Der VBRG warnt vor einer fortschreitenden Normalisierung rechter Gewalt und fordert entschlossene politische Maßnahmen zum Schutz Betroffener.
Im Durchschnitt wurden 2025 täglich zwölf Menschen Opfer rechter, rassistischer oder antisemitischer Gewalt. Mehr als die Hälfte aller dokumentierten Angriffe war rassistisch motiviert. Zwei Menschen wurden infolge rechter Gewalt getötet. Die Zahlen basieren auf dem Monitoring der unabhängigen Fachberatungsstellen des VBRG in 13 Bundesländern.
Besonders deutlich zeigt sich diese Entwicklung bei Angriffen auf Menschen, die sich für Demokratie und eine plurale Gesellschaft engagieren. Der VBRG dokumentierte 2025 insgesamt 663 Angriffe auf politische Gegner*innen sowie zivilgesellschaftlich Engagierte. Das entspricht einem Anstieg von 22 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Betroffen waren unter anderem Ehrenamtliche, Vereine, Jugendzentren, alternative Wohnprojekte und Parteibüros.
Rassismus bleibt mit 1.729 dokumentierten Taten das häufigste Tatmotiv und macht mehr als die Hälfte aller registrierten Angriffe aus. Zudem erfassten die Beratungsstellen 325 queerfeindliche und 180 antisemitische Gewalttaten. Körperverletzungen bilden mit 1.800 Fällen erneut die größte Deliktgruppe. Hinzu kommen 1.166 Bedrohungen und Nötigungen sowie 20 versuchte Tötungsdelikte beziehungsweise schwere Körperverletzungen.
Die Auswirkungen reichen weit über die unmittelbaren körperlichen Folgen hinaus. Viele Betroffene berichten von Angst, sozialem Rückzug und der Aufgabe ihres gesellschaftlichen oder politischen Engagements. Weiterhin sind besonders betroffen Kinder und Jugendliche: 2025 registrierten die Beratungsstellen mindestens 232 betroffene Kinder und 372 Jugendliche.
Die Beratungsstellen weisen darauf hin, dass ihre Zahlen nur einen Teil des tatsächlichen Ausmaßes rechter Gewalt abbilden. Viele Betroffene erstatten keine Anzeige oder suchen aus Angst, fehlendem Vertrauen oder schlechten Erfahrungen mit Behörden keine Beratung auf. Der VBRG fordert Bund und Länder auf, die Rechte von Betroffenen rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt zu sichern, die unabhängige Fachberatungsstellen dauerhaft finanziell und gesetzlich abzusichern, die Strafverfolgung rechter Gewalt zu verbessern sowie die Zusammenarbeit zwischen Polizei, Justiz und Opferschutz zu stärken. Außerdem müssten demokratische Initiativen langfristig gestärkt werden.
Der vollständige Bericht kann hier abgerufen werden.
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RIAS Sachsen-Anhalt veröffentlicht Jahresbericht 2025


Die Anzahl antisemitischer Vorfälle in Sachsen-Anhalt ist 2025 erneut angestiegen: In ihrem Jahresbericht verzeichnet die Meldestelle RIAS Sachsen-Anhalt 270 Vorfälle – ein gutes Drittel mehr als im Vorjahr. Damit verstetigt sich der Anstieg seit dem 7. Oktober 2023. Die Ergebnisse der zivilgesellschaftlichen Dokumentation des Antisemitismus im Bundesland wurden am 04.06.2026 vorgestellt.
Die Gesamtzahl von 270 Vorfällen umfasst einen Fall extremer Gewalt mit schwerer Körperverletzung, zwei weitere physische Angriffe, 19 gezielte Sachbeschädigungen, vier Bedrohungen, 239 Fälle verletzenden Verhaltens und fünf Massenzuschriften. Im Schnitt wurden der Meldestelle RIAS Sachsen-Anhalt in Trägerschaft von OFEK e.V. damit fünf antisemitische Vorfälle pro Woche bekannt. Das nunmehr seit zweieinhalb Jahren andauernde hohe Niveau der Vorfallzahlen beeinträchtigt das Sicherheitsgefühl vieler Jüdinnen:Juden immens und beeinflusst ihren Umgang mit der eigenen jüdischen Identität nachhaltig.
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Analyse: Rechtsextremes Regieren


Was passiert, wenn die AfD in Sachsen-Anhalt die Regierung übernimmt?
Die Amadeu Antonio Stiftung hat nun eine Szenarioanalyse veröffentlicht, welche sich mit den möglichen Folgen einer AfD-geführten Landesregierung beschäftigt. Hierbei wird konkret aufgezeigt welche Konsequenzen mit einer rechtsextremen Regierung einher gehen würden.
„Die Stiftung warnt in ihrer Analyse vor einem massiven Anstieg rechter Gewalt infolge des Abbaus rechtsstaatlicher Standards: In Regionen mit angeblich „hoher Kriminalität“ sollen „freiwillige Bürgerwehren“ als „Hilfspolizei“ legalisiert werden. Außerdem plant die AfD das Waffenrecht so zu verändern, dass Menschen über 18 Schreckschuss-, Reizstoff- und Signalwaffen öffentlich mit sich führen dürfen. Auch im Bildungsbereich sind massive Eingriffe in Lehrinhalte und Förderstrukturen geplant: Inklusion von Kindern mit Behinderungen wird beendet, Schulen werden ideologisch umgebaut und die Wissenschaftsfreiheit an Universitäten eingeschränkt.“
Weiterführend benennt die Analyse konkrete Handlungsoptionen für Politik und Zivilgesellschaft, um den Schutz demokratischer Institutionen zu gewährleisten.