• „Wir erinnern uns!“

    Am 11. Juni 2000 schlugen, traten und quälten drei junge Neonazis den mosambikanischen Vertragsarbeiter Alberto Adriano brutal im Dessauer Stadtpark und grölten dabei rechtsextreme Parolen. Als das Opfer bewusstlos am Boden lag entwendeten sie Alberto Adriano zur Demütigung die Kleidung. Alberto Adriano erlag wenige Tage später seinen tödlichen Verletzungen. Der dreifache Vater wurde 39 Jahre alt. Dieser rassistische Mord stellte damals eine Zäsur im öffentlichen Umgang mit rechter Gewalt dar. Der damalige Bundeskanzler Gerhard Schröder rief auch wegen diesem Fall den „Aufstand der Anständigen“ aus. Und es wurden Präventions- und Interventionsprogramme aufgelegt die bis heute existieren. Ein Vierteljahrhundert später nimmt…

  • RIAS Sachsen-Anhalt veröffentlicht Jahresbericht 2025

    Die Anzahl antisemitischer Vorfälle in Sachsen-Anhalt ist 2025 erneut angestiegen: In ihrem Jahresbericht verzeichnet die Meldestelle RIAS Sachsen-Anhalt 270 Vorfälle – ein gutes Drittel mehr als im Vorjahr. Damit verstetigt sich der Anstieg seit dem 7. Oktober 2023. Die Ergebnisse der zivilgesellschaftlichen Dokumentation des Antisemitismus im Bundesland wurden am 04.06.2026 vorgestellt. Die Gesamtzahl von 270 Vorfällen umfasst einen Fall extremer Gewalt mit schwerer Körperverletzung, zwei weitere physische Angriffe, 19 gezielte Sachbeschädigungen, vier Bedrohungen, 239 Fälle verletzenden Verhaltens und fünf Massenzuschriften....

  • Analyse: Rechtsextremes Regieren

    Was passiert, wenn die AfD in Sachsen-Anhalt die Regierung übernimmt? Die Amadeu Antonio Stiftung hat nun eine Szenarioanalyse veröffentlicht, welche sich mit den möglichen Folgen einer AfD-geführten Landesregierung beschäftigt. Hierbei wird konkret aufgezeigt welche Konsequenzen mit einer rechtsextremen Regierung einher gehen würden. „Die Stiftung warnt in ihrer Analyse vor einem massiven Anstieg rechter Gewalt infolge des Abbaus rechtsstaatlicher Standards: In Regionen mit angeblich „hoher Kriminalität“ sollen „freiwillige Bürgerwehren“ als „Hilfspolizei“ legalisiert werden. Außerdem plant die AfD das Waffenrecht so zu...

  • Mobiles Beratungsteam gegen Rechtsextremismus in Anhalt bilanziert Gesamtjahr 2025

    Die vom Mobilen Beratungsteam (Projekt GegenPart) in einer Chronik festgehaltenen rechtsextremen Vorfälle im Jahr 2025 sind erneut gestiegen. Hierbei handelt es sich ein weiteres Mal um ein absolutes Allzeithoch seit Bestehen der Chronik. Für 2025 wurden 1091 rechte Ereignisse dokumentiert. Die 85 Beratungsfälle im Jahr 2025 zeigen einen leichten Rückgang von 2,3 % im Vergleich zum Vorjahr, befinden sich aber wie in den vorherigen Jahren weiter auf einem hohen Niveau..

  • Bericht der Melde- und Informationsstelle Antiziganismus / MIA: Antiziganismus im Bildungsbereich am Beispiel Schulen und Kitas.

    Antiziganismus ist tief in der deutschen Gesellschaft verwurzelt. Repräsentative Erhebungen bestätigen diese Verwurzelung. Dieser tiefgehende Rassismus gegen Romn:ja und Sinti:zze und weiteren Betroffenengruppen manifestiert sich aber nicht nur in Köpfen der Menschen, er zeigt sich vor allem auch in Handlungen die von institutioneller Diskriminierung bis hin zu körperlichen Übergriffen gegen Romn:ja und Sinti:zze und weiteren Betroffenengruppen gehen können. Gerade im Bildungsbereich ist der Rassismus eklatant und tritt auch oft offen zu Tage. Die vorliegende Studie hat das anhand von Schulen...

  • Handreichung: Haltung zeigen – Extrem rechte Angriffe auf die Club- und Festivalkultur abwehren

    Musikclubs und Festivals sind weit mehr als Orte der Unterhaltung: Sie sind zentrale Räume für Begegnung, kulturellen Austausch und demokratische Teilhabe. Doch genau diese Räume geraten zunehmend unter Druck: Rechtsextreme Akteur*innen versuchen verstärkt, kulturelle Veranstaltungen zu instrumentalisieren, zu stören und zu beeinflussen. Die Handreichung des Bundesverband Mobile Beratung und LIVEKOMM reagiert auf diese Entwicklungen, bündelt erstmals praxisnahes Wissen für die Live-Branche und bietet konkrete Handlungsempfehlungen für den Umgang mit rechtsextremen, diskriminierenden und demokratiefeindlichen Entwicklungen im Kulturbereich. Sie beleuchtet aktuelle Strategien der...

  • Jahresbilanz der Mobilen Opferberatung 2025

    Die Mobile Opferberatung stellt die Jahresbilanz 2025 vor Opferberatung warnt vor einer gefährlicher Gewöhnung an Rassismus und rechte Gewalt +++ Vier bis fünf Angriffe pro Woche +++ Gewalt gegen politische Gegner*innen um ein Drittel angestiegen +++ Besonders im Fokus: politisch Engagierte, migrantisches und queeres Leben

  • Vizefraktionsvorsitzender der rechtsextremen AfD betreibt Podcast und Versand für revanchistischer Literatur

    Wie dem Projekt GegenPart erst jetzt bekannt wurde, betreibt Rene Diedering, seines Zeichens stellvertretender Vorsitzender der AfD-Stadtratsfraktion in Dessau-Roßlau mit Neonazivergangenheit seit einiger Zeit unter dem Label „Grauer Landsmann“ einen Podcast mit angeschlossenem Literaturvertrieb im Internet. Dort sind als Downloads revanchistische Titel wie „Angriff auf Polen 1939 – Staub der Weichsel“, „Fernziel Schwarzes Meer“ oder „Stalingrad Massengrab“ zu beziehen. Die belletristischen Bücher glorifizieren dabei unreflektiert die verbrecherische, deutsche Wehrmacht im 2. Weltkrieg und sind im Stile der mittlerweile eingestellten „Landser-Hefte“ verfasst.

  • Neonazistische Flyeraktion

    Nach eigenen Angaben hat der „Stützpunkt Anhalt“ der neonazistischen Kleinstpartei „Der III. Weg“ Flyer verteilt, die für die Jugendorganisation „Nationalrevolutionäre Jugend“ (kurz: NRJ) Werbung machen sollen. Mit solchen Aktionen versucht die Partei mit mäßigem Erfolg, vor allem junge Menschen an sich zu binden.