Chronik

Neonazistisches Gedenken

Dessau-Roßlau (OT Dessau-Süd)

Auf einem regionalen Facebookprofil der neonazistischen Kleinstpartei „Die Heimat“ (vormals NPD) werden mehrere Fotos veröffentlicht, die eine neonazistische Gedenkinszenierung am so genannten Boelcke-Denkmal in Dessau-Süd zeigen. Das Ensemble auf dem Dessauer Ehrenfriedhof ist dem deutschen Jagdflieger Oswald Boelcke gewidmet. Für die Neonazis ist es vor allem deshalb interessant, weil eine Tafel auch an die deutschen Opfer des 2. Weltkrieges erinnert. Auf den Fotos sind demnach handgezählte 13 Rechtsextremisten mit Fackeln und schwarzen Fahnen in der Hand zu sehen, die anlässlich des Jahrestages der Bombardierung der Stadt im 2. Weltkrieg gekommen sind. Zudem ein Transparent mit der Aufschrift „Kein Vergeben – Kein Vergessen – Freie Kräfte Rosslau/Elbe“. Als Führungspersönlichkeit dieser neonazistischen Gruppierung aus dem militanten Kameradschaftsspektrum gilt der Roßlauer Kleinunternehmer Alexander Weinert, der mit dem „Lager 77“ in Roßlau einen einschlägigen Szenetreff betreibt (mehr dazu hier…) und immer wieder namentlich im Verfassungsschutzbericht erwähnt wurde (mehr dazu hier…und hier… und hier…).
Bis Ende der 2010er Jahre führte die örtliche Szene anlässlich der Bombardierung so genannte Trauermärsche als versammlungsrechtliche Aktion durch (mehr dazu hier…und hier…und hier…und hier…). In den letzten Jahren blieb es auch Dank eines breitgetragen, demokratischen Protestes (mehr dazu hier…und hier… und hier…) bei kleineren Inszenierungen, u. a. auf dem Ehrenfriedhof (mehr dazu hier…),und (hier…) oder in der Innenstadt (hier…)

Foto: Pixelarchiv am 01. Mai 2025 in Gera; Alexander Weinert (Bildmitte mit Sonnenbrille und vor Deutschlandfahne)

Quelle: Mitteldeutsche Zeitung vom 05. März 2026; eigener Bericht