Chronik

Rechtsextreme AfD schickt eigenen Kandidaten zur Landtagswahl nicht zum Bundesparteitag

Magdeburg/Zerbst/Anhalt, Landkreis Anhalt-Bitterfeld

Wie die AfD in Zerbst, die erst kürzlich durch Spaltungserscheinungen strukturell geschwächt wurde (mehr dazu hier…), auf Social Media selbst bekannt gab, wurde Philipp Anders Rau vom Landesparteitag als einziger AfD-Direktkandidat (Landtagswahl am 06. September 2026) nicht als Delegierter für den AfD-Bundesparteitag im Juli 2026 in Erfurt nominiert. Demnach entschieden sich in Magdeburg 44,15 % für eine Delegierung und 55,58 % dagegen. Rau tritt zur Landtagswahl im Wahlkreis 22 (Zerbst) an. Er weist selbst für AfD-Verhältnisse ein bemerkenswertes Portfolio an Verfehlungen auf (mehr dazu hier…).

Er wurde mehrfach zu Haftstrafen auf Bewährung verurteilt. 2009 wurde er zu einem Jahr auf Bewährung verurteilt wegen gemeinschaftlichen Diebstahls. 2012 erschlich er sich mit einem gefälschten Abiturzeugnis einen Studienplatz für Journalistik– dafür wurde er zu einer Haftstrafe von acht Monaten auf Bewährung verurteilt (mehr dazu hier…). Als „Erklärung“ führte Rau hierfür seinen Kokainkonsum an. Auch soll er in mehreren Sexvideos mitgewirkt haben. Zwischenzeitlich hatte Philipp-Anders Rau eine Doppelmitgliedschaft in der AfD und der CDU. So soll er bereits seit 2013 AfD-Mitglied gewesen sein, trat jedoch erst am 13.05.2016 aus der CDU aus. Laut der Mitteldeutschen Zeitung, lag von 2021 bis 2024 Privatinsolvenz über seinem Vermögen vor.

2024 besuchte er mit weiteren AfD-Politikern die Wahlparty von Donald J. Trump in Florida und lies sich dort mit ihm Fotografieren (mehr dazu hier…).

Neben anderen AfD-Größen aus Sachsen-Anhalt war Rau zudem Teil der sogenannten „Pokerrunde“ und spielte eine Rolle innerhalb eines Konfliktes im AfD-Landesverband (mehr dazu hier…). Trotz eines fehlenden erweiterten Führungszeugnisses stand er bei der Bundestagswahl am 23. Februar 2025 auf Platz drei der Kandidatenliste (mehr dazu hier…).

Der AfD-Landesverband Sachsen-Anhalt wird vom hiesigen Verfassungsschutz als „gesichert rechtsextreme Bestrebung“ eingestuft.

Foto: Projekt GegenPart am 12.08.2026 in Aken


Quelle: eigener Bericht