AfD-Bürgermeister kritisiert eigene Partei wegen Vetternwirtschaft
Wie die Mitteldeutsche Zeitung (MZ) berichtete, hat der AfD-Bürgermeister von Raguhn-Jeßnitz Hannes Loth (mehr dazu hier…) die eigene Partei aufgrund mangelnder Aufarbeitung in der sogenannten Verwandtenaffäre kritisiert. Die Lokalzeitung zitiert Loth mit den Worten: „Ich habe nur eine Frage – Wo ist der Landesvorsitzende?“ Damit spielt der AfD-Rathauschef offensichtlich auf die Sprachlosigkeit von AfD-Landeschef Martin Reichardt (mehr dazu hier…) in dieser Causa an. So soll Reichardt vor einige Zeit noch die Ehefrau und Tochter des AfD-Bundestagsabgeordneten Jan Wenzel Schmidt beschäftigt haben (mehr dazu hier…). An anderer Stelle wird Loth gegenüber der MZ noch deutlicher: „Die Vorgänge sind ein Schlag ins Gesicht für alle Mitglieder, die in den Kommunen an der Basis harte Arbeit für unsere Partei leisten – oftmals im Ehrenamt.“
Seit Tagen steht die AfD im Mittelpunkt von Medienberichten und Enthüllungen über sogenannte “Überkreuz-Anstellungen” (mehr dazu hier…), welche sich gerade in Sachsen-Anhalt auffällig gehäuft haben sollen. So soll etwa der Vater des Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund beim Bundestagsabgeordneten Thomas Korell gearbeitet und dabei ein Gehalt von mehr als 7.000€ bezogen haben (mehr dazu hier…). Zudem sollen gleich drei Geschwister des AfD-Landtagsabgeordneten Tobias Rausch (mehr dazu hier…) bei der Bundestagsabgeordneten Claudia Weiss (mehr dazu hier…), ebenfalls aus Sachsen-Anhalt, Jobs bekommen haben.
Hannes Loth hat sich nicht das erste Mal öffentlich gegen die eigene Parteilinie gestellt (mehr dazu hier…).
Der AfD- Landesverband Sachsen-Anhalt wird vom hiesigen Verfassungsschutz als „gesichert rechtsextreme Bestrebung“ eingestuft.

Foto: Projekt GegenPart am 27. Januar 2025 in Aken (Elbe)
Quellen: Mitteldeutsche Zeitung vom 10. Februar und 14. Febuar 2026; eigener Bericht


