Stadtverwaltung verweigert AfD-Ortsbürgermeister mit Neonazivergangenheit Nutzung von repräsentativem Büro
Wie die Mitteldeutsche Zeitung (MZ) berichtete, hat die zuständige Stadtverwaltung Laurens Nothdurft, dem Roßlauer AfD-Ortsbürgermeister mit eindeutiger Neonazivergangenheit (mehr dazu hier… und hier…), bereits seit Sommer 2024 die Nutzung eines repräsentativen Büros im 2. Stock des Roßlauer Rathauses verweigert. Das Büro war vor der Gebietsreform, als Roßlau noch eine eigene Kommune und noch nicht Bestandteil der Doppelstadt war, vom damaligen und hauptamtlichen Roßlauer Bürgermeister Klemens Koschig genutzt worden, der später auch Oberbürgermeister von Dessau-Roßlau war. Zudem nutzte die Räumlichkeit auch Nothdurfts unmittelbare Vorgängerin im Amt der Ortsbürgermeisterin, mithin Christa Müller (CDU). Doch die Stadtverwaltung, die Nothdurft schließlich ein kleineres Büro im Roßlauer Rathaus zuwies, argumentierte laut MZ pragmatisch: das große Büro werde aufgrund von Raumnot für andere Aufgaben gebraucht, zudem habe Nothdurft als Ehrenamtler – und dies ist der Posten eines Ortsbürgermeisters am Ende – keinen Anspruch auf einen Arbeitsplatz.
Dieser Ansicht wird jedoch teils widersprochen: Klemens Koschig, heute für das „Neue Forum“ selbst im Roßlauer Ortschaftsrat, sprach gegenüber der Lokalzeitung von einem „Skandal“. Auch Silvia Koschig, Stadträtin für die Fraktion „Freies Bürgerforum“, sieht das ähnlich: „Ich möchte wissen, wer hat und aus welchem Grund die Entscheidung getroffen, den Roßlauer Bürgermeister aus dem vor 35 Jahren erstrittenen Büro zu vertreiben, und mit welchen Argumenten dieser kulturlose Schritt begründet wurde?“
Diese Solidarisierungen zeigen, wie erfolgreich die in Sachsen-Anhalt als „gesichert rechtsextreme Bestrebung“ eingestufte AfD mit ihrer Normalisierungsstrategie inzwischen ist.
Das trifft in idealtypischer Form auf die Personalie Laurens Nothdurft zu, welcher sich nicht nur erfolgreich als „Kümmerer“ in seinem Ortsteil inszeniert, sondern auch in der bundesweiten, extrem rechten Szene durch seine Anwaltstätigkeit gut vernetzt ist (mehr dazu hier…und hier…) Zuletzt fiel er seine Gedenkrede am 08. Mai 2025 durch die systematische Nicht-Thematisierung von NS-Verbrechen auf (mehr dazu hier…).

Quellen: Mitteldeutsche Zeitung vom 26. Januar 2026; eigener Bericht
