Rechtsextremer AfD-Ortsbürgermeisterin diskeditiert Sozialdezernentin
Der Roßlauer Orstbürgermeister Laurens Nothdurft, ein AfD-Mitglied mit Neonazivergangenheit (mehr dazu hier…), hat laut Mitteldeutscher Zeitung (MZ) in der letzten Stadtratssitzung die Sozialdezernentin Eter Hachmann öffentlich diskreditiert. Demnach hat Nothdurft der Beigeordneten ihre Teilnahme an dem Demokratiefest „Roßlau rockt“ am 02. August 2025 vorgeworfen. Nach Bekunden des AfD-Politikers hätten Teilnehmende des Festes ihre Gesinnung offen zur Schau gestellt, u. a. mit Antifa-Shirts oder Kleidung mit vulgären oder anarchistischen Aufdrucken. Zudem sei die AfD als „faschistisch“ beschimpft worden. „Von Ihnen, Frau Hachmann, hätte ich mir in Ihrem Grußwort daher auch kritische Äußerungen, was diese Punkte betrifft, erhofft“, zitiert die MZ eine Aussage Nothdurfts. Die Sozialbeigeordnete hatte sich in ihrem Statement auf dem Fest vor allem zum Thema Ehrenamt geäußert, dass in diesem Jahr im inhaltlichen Fokus von „Roßlau rockt“ stand. Sie wehrt sich in der Stadtratssitzung zudem gegen die Vorwürfe der in Sachsen-Anhalt als „gesichert rechtsextreme Bestrebung“ eingestuften AfD. So betonte Hachmann, dass es an diesem Tag zwei parallel stattfindende Veranstaltungen gegeben habe: eine politische Podiumsdiskussion zum Ehrenamt, an der sie tatsächlich als Dezernentin teilgenommen habe und das Konzert „Roßlau rockt“, dass sie als Privatperson besucht habe. Und bei letzterem sei sie nicht dafür zuständig, die Kleiderwahl der Besucher:innen zu kontrollieren. Zudem wies Hachmann darauf hin, dass Nothdurft zusammen mit seinen Kindern schließlich das Fest besucht hatte: „Und die scheinen es genossen zu haben.“ Von den meisten Stadträten erhielt die Dezernentin indes Rückendeckung. So wandte sich Christoph Kaßner (Bündnis 90/Die Grünen) direkt an den Ortsbürgermeister: „Sie haben doch persönlich von dieser linken Veranstaltung profitiert. Sie durften dort reden. Ich verstehe nicht, wieso Sie sich aufregen.“ Auch der CDU-Fraktionsvorsitzende Eiko Adamek sagte, dass er schon oft das Format „Roßlau rockt“ besucht und dabei den Eindruck gewonnen habe, dass sich die Macher:innen um den Verein „Buntes Roßlau“ stark für bürgerschaftlichen Engagement einsetzen.
In der Debatte blieb jedoch unerwähnt, dass Laurens Nothdurft nur eine Woche später beim Sommerfest des rechtsextremen Compact-Magazis eine Rede gehalten hat, bei dem auch Mitglieder der rechtsextremen Partei „Die Heimat“ und ihrer Jugendorganisation Junge Nationalisten zugegen waren (mehr dazu hier…).
Im Vorfeld der 9. Auflage von „Roßlau rockt“ kam es indes zu rechtsextrem motivierten Bedrohungsszenarien (mehr dazu hier… und hier… ). Laurens Nothdurft hatte bereits im Jahr 2024 unter fadenscheinigen Begründungen erfolglos versucht, das Demokratiefest zu verhindern (mehr dazu hier… und hier…).
Der AfD-Landesverband Sachsen-Anhalt wird vom hiesigen Verfassungsschutz als „gesichert rechtsextreme Bestrebung“ eingestuft.

Foto: Projekt GegenPart am 02. August 2025 in Roßlau
Quellen: Mitteldeutsche Zeitung vom 18. August 2025; eigener Bericht

