Rechtsextreme Aufkleber im öffentlichen
Im Umfeld des Akener Nikolaiplatzes wurde auf einem Spielplatz ein ganzes Konvolut von rechtsextremen Aufkleber an zusammen 10 Klebeorten entdeckt. So steht das Motiv „Ku Klux Klan – White Power“ für eine Glorifizierung des rassistischen, antisemitischen und gewalttätigen Geheimbundes aus den USA. Der Aufkleber mit der rassistischen Aufschrift „White Lives Matter“ ist nicht nur als Diskreditierung und Verballhornung der US-amerikanischen Bewegung „Black Lives Matter“ zu verstehen, sondern erinnert in der verwendeten Bildsprache und Ikonographie an Vorlagen aus dem historischen Nationalsozialismus. Motive wie „Weiß ist bunt genug“ oder die Parole „Euer Bunt ist in Wahrheit Blutrot“ verfügen über einen offensichtlich ethnozentrischen wie rassistischen Gehalt, wobei bei letzterem noch die extrem rechte und bei Verschwörungsideologen aller Couleur beliebte Opfererzählung vom „Großen Austausch“ (Great Reset) (mehr dazu hier…) hinzukommt. Die klimaleugnende Erzählung der Parole „Ist im Kopf nur grüner Mist, wird man Klimaaktivist“ und der rassistische Aufkleber „Thank You for not Mixing“ (mehr dazu hier…) ergänzen das braune Konvolut ebenso, wie der Aufkleber „Nicht mein Kanzler! Nie wieder CDU!“, der das Konterfei von Friedrich Merz zeigt. Hierbei geht es nicht nur darum, das Engagement demokratischer Parteien pauschal verächtlich zu machen, sondern im Subtext die Systemfrage aus einer neonazistischen Perspektive zu stellen. Denn die extrem rechte Szene will in letzter Konsequenz den demokratischen Rechtsstaat abschaffen und durch ein autoritäres Regime nach dem Vorbild der nationalsozialistischen Herrschaft ersetzen. Dem Aufkleber „Talahons abschieben“ ist der rassistische Gehalt schon in seiner Ikonographie anzusehen. Bemerkenswert ist indes die rechtsextreme Aneignung dieses Begriffs. „Talahons“ ging eigentlich aus einem Trend auf der Plattform „TikTok“ hervor und kam 2024 sogar in die Endauswahl zum „Jugendwort des Jahres“. Der TikTok-Trend bestand vor allem darin, dass sich männliche Jugendliche mit Migrationsbiographie, durchaus nicht immer erstgemeint, im Macho- und Gangsterpossen oder beim Schattenboxen und Liegestützten in westdeutschen Großstädten filmten. Einige Medien, ob berechtigt oder nicht, rezipierten diesen Trend dann schließlich als in Teilen frauenfeindlich und sexistisch. Dieses Narrativ, freilich ohne die notwendige Differenzierung, übernahmen schließlich Rechtsextremisten und versuchen seit her nicht ohne Erfolg, den Trend und den Begriff für eine jugendliche Zielgruppe popkulturell-rassistisch aufzuladen.

















Fotos: Projekt GegenPart am 03. Oktober 2025 in Aken (Elbe)
Quelle: eigener Bericht


