Chronik

Demonstration der rechtsextremen AfD, Gegenprotest & Diskreditierung

Bitterfeld-Wolfen (OT Bitterfeld)

Laut Mitteldeutscher Zeitung (MZ) nahmen an einer Kundgebung mit anschließender Demonstration der AfD in Bitterfeld-Wolfen ca. 800 Menschen teil. Der als völkisch-nationalistische geltende AfD-Kreisverband Anhalt-Bitterfeld um dessen Führungspersönlichkeit Daniel Roi (mehr dazu hier…) hatte sich als Hauptredner Ulrich Siegmund eingeladen. Dieser ist stellvertretender Fraktionsvorsitzender im Magdeburger Landtag und AfD-Spitzenkandidat zur bevorstehenden Landtagswahlen am 06. September 2026. Siegmund, wie auch der Roßlauer AfD-Funktionär Patrick Harr (mehr dazu hier…), nahmen nachweislich an dem vielbeachteten von Correctiv aufgedeckten Strategietreffen in Potsdam im November 2023 teil (mehr dazu hier…). Der MZ zufolge bekräftigte Siegmund, dass die AfD im September 2026 „Geschichte schreiben“ werde. Damit ist das aufgerufene Ziel einer absoluten Mehrheit bei der anstehenden Landtagswahl gemeint. Der AfD-Bundestagsabgeordnete Kay-Uwe Ziegler aus Bitterfeld, rechtskräftig wegen Corona-Subventionsbetrug (mehr dazu hier… und hier…) verurteilt, instrumentalisierte auf der Bühne den Spruch „Wir sind das Volk“, der bekanntlich bei Demonstrationen im Rahmen der friedlichen Revolution 1989 sinnstiftend war und von der AfD völkisch-aufgeladen verwendet wird.   
Gegen die AfD-Inszenierung protestierten 150 Menschen unter dem Motto “Bitterfeld Wolfen zeigt Haltung! Montags bunt statt braun!“ und folgten damit einem Aufruf des breiten, zivilgesellschaftlichen Bündnisses „Netzwerks Zukunft. Miteinander gestalten!“, indem auch die örtliche CDU assoziiert ist. Mit Schildern und Plakaten wie „Die AfD ist nerviger als Hausaufgaben“ und „Keine Kekse für Nazis!“ wurde dabei der Unmut über den Rechtsruck in der Gesellschaft zum Ausdruck gebracht. Der demokratische Protest wurde dabei von extrem rechten Videostreamern, u. a. von dem einschlägigen Kanal „Weichreite TV“, mit einer diskreditierenden Motivation live ins Netz übertragen.
Der AfD- Landesverband Sachsen-Anhalt wird vom hiesigen Verfassungsschutz als „gesichert rechtsextreme Bestrebung“ eingestuft.
Bereits im Vorfeld wurde auf einem Social Media-Kanal der verschwörungsideologischen Gruppierung „Familien-Autocorso“ aus dem benachbarten Dessau-Roßlau (mehr dazu hier…) die Kundgebung „Bitterfeld Wolfen zeigt Haltung! Montags bunt statt braun!“ in Manier eines Kulturkampfes von rechts diskreditiert. Dort war u. a. davon die Rede, dass die Gewerkschaften zusammen mit der „Terror-Truppe Antifa“ die Kundgebung organisieren und dafür „Gewerkschaftsgelder“ verwenden würden.

Fotos: Projekt GegenPart am 06. Oktober 2025 in Bitterfeld-Wolfen
Quellen: Mitteldeutsche Zeitung vom 06. Oktober 2025; eigener Bericht