Chronik

Kleine Anfrage zu Waffenbesitz und Straftaten bei Reichsbürger:innen und Selbstverwalter:innen in Sachsen-Anhalt

Magdeburg / Region Anhalt

Aus den Antworten der Landesregierung auf eine kleine Anfrage der fraktionslosen Landtagsabgeordneten Henriette Quade zu Reichsbürger:innen und Selbstverwalter:innen geht u. a. hervor, dass im Jahr 2025 der Verfassungsschutzbehörde Sachsen-Anhalt insgesamt 10 Personen bekannt sind, die in der Reichsbürger:innenszene aktiv sind und eine waffenrechtliche Erlaubnis besitzen. Dieser Personenkreis besitze demnach 61 erlaubnispflichtige Schusswaffen, darunter 26 Kurzwaffen und 35 Langwaffen. Darüber ist der Antwort zu entnehmen, dass im Reichsbürgermilieu in 2025 insgesamt eine Kurzwaffe, fünf Langwaffen, eine Schreckschusspistole sowie insgesamt 493 Schuss Munition sichergestellt wurden. Zudem wurden im Berichtszeitraum insgesamt drei waffenrechtliche Erlaubnisse entzogen, je eine im Landkreis Börde, im Saalekreis und im Landkreis Wittenberg. Das zuständige Innenministerium gab in den Antworten weiter bekannt, dass 2025 im Zusammenhang mit „Reichsbürgern und Selbstverwaltern“ insgesamt 142 Straftaten registriert worden, darunter 10 Körperverletzungsdelikte. Überdies hätten Reichsbürger:innen und Selbstverwalter:innen in fast 250 Fällen das Zahlen von Steuern, Bußgeldern und Abgaben verweigert, so u. a. einmal geschehen in Dessau-Roßlau, achtundzwanzigmal im Landkreis Anhalt-Bitterfeld und achtzehnmal im LK Wittenberg.

Quelle: Antwort der Landesregierung (Drucksache 8/6913) vom 28. April 2026 auf Kleine Anfrage (KA 8/3636)