Stadtratsfraktion der rechtsextremen AfD spaltet sich in zwei Lager
Die Bombe platzt ausgerechnet zum Gründungsparteitag eines neuen AfD-Stadtverbandes in Zerbst: Gleich sieben AfD-Mitglieder – davon vier mit einem Sitz im Stadtrat – treten aus der in Sachsen-Anhalt als „gesichert rechtsextreme Bestrebung“ eingestuften Partei aus. Wie die Volksstimme (Ausgabe Zerbst) weiter berichtet, könnten Grund dafür Kandidatenambitionen für die bevorstehenden Bürgermeisterwahlen gewesen sein. Denn gleich im Anschluss an dem vom Kreisvorsitzenden Daniel Roi (mehr dazu hier…) geleiteten Gründungsparteitag, der laut AfD-Angaben notwendig wurde, weil die AfD in Zerbst inzwischen 35 Mitglieder habe, fand eine Aufstellungsversammlung für die Wahl am 12. April 2026 statt. Dieses Gremium nominierte Sven-Erik Weber mit großer Mehrheit als AfD-Bürgermeisterkandidat. Daraufhin, so die Volksstimme, habe Sebastian Willems, dem auch eine Ambition für die Kandidatur nachgesagt worden sei, seine bereits vorbereitete Parteiaustrittserklärung offengelegt. Ihm gleich taten es die bisherigen AfD-Stadträte Steffen Däubert, Guido Schenkendorf und Sven Schnabel und kündigten an, künftig in der neuen Fraktion „Bürgernah-Sachlich-Objektiv“ (BSO) im Kommunalparlament weiterzumachen. Damit hat sich die Zerbster AfD-Stadtratsfraktion von 10 auf 6 Sitze fast halbiert, und ist nun nach den Fraktionen CDU/FDP (8 Sitze), der Freien Fraktion Zerbst (8) und der Fraktion SPD/Bündnis 90 Die Grünen (8) nur noch viertstärkste Kraft, was Auswirkungen auf Ausschuss- und Aufsichtsratssitze hat und mit einem Machtverlust einhergeht.
In der Region Anhalt kommt es in der AfD immer wieder zu Spaltungserscheinungen und Parteiaustritten (mehr dazu hier…und hier…und hier…).

Foto: Projekt GegenPart am 16. Mai 2024 in Dessau-Roßlau
Quellen: Volksstimme am 30. Januar 2026; eigener Bericht


