Chronik

Rechtsextreme AfD beschließt Parteiausschlussverfahren gegen Landtagsabgeordneten

Magdeburg/Wittenberg

Wie unter anderem der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) berichtete, hat der AfD-Landesvorstand Sachsen-Anhalt ein Parteiausschlussverfahren gegen den Wittenberger AfD-Landtagsabgeordneten Matthias Lieschke (mehr dazu hier…und hier…) beschlossen. Der Hintergrund: Lieschke wird vorgeworfen, eine Videokonferenz des AfD-Kreisspitzentreffens illegal mitgeschnitten zu haben und diese Aufnahmen dem ehemaligen AfD-Landesgeneralsekretär Sachsen-Anhalt und jetzigen Bundestagsabgeordneten Jan Wenzel Schmidt zur Verfügung gestellt zu haben. Zwischen Schmidt und dem Landesvorstand tobt seit langem ein interner Machtkampf, der nun auch öffentlich ausgetragen wird. Schmidt wirft so mehren AfD-Landtagsabgeordneten unter anderem vor, Dienstreisen falsch abgerechnet zu haben und spricht von Vetternwirtschaft, die er demnächst thematisieren werde. Der Landesvorstand wiederum wirft Schmidt „parteischädigendes Verhalten“ vor und strengt auch gegen ihn ein Parteiausschlussverfahren an. Gegen Schmidt wurden in letzter Zeit mediale Vorwürfe laut, unter anderem wegen dubioser Geschäftspraktiken mit/in China oder der Beschäftigung von Familienmitgliedern auf Kosten der Partei.
Als Wenzel noch Landesgeneralsekretär war, verlor er zuletzt im März 2025 einen internen Machtkampf (mehr dazu hier…) gegen den deutungsmächtigen und als völkisch-nationalistisch geltenden AfD-Kreisverband Anhalt-Bitterfeld um dessen Führungspersönlichkeit Daniel Roi (mehr dazu hier…und hier…und hier…).
Der AfD-Landesverband Sachsen-Anhalt wird vom hiesigen Verfassungsschutz als „gesichert rechtsextreme Bestrebung“ eingestuft.  

Foto: Projekt GegenPart am 03.02.2025 in Wittenberg
Quellen: mdr.de, gesehen am 23. Dezember 2025; eigener Bericht