Chronik

Neonazistische Aufkleber im öffentlichen Raum

Aken (Elbe), Landkreis Anhalt-Bitterfeld

An der Bushaltestelle „Grundschule“ in der Burgstraße wird ein ganzes Konvolut von neonazistischen Aufklebern dokumentiert. Die Motive „Ku Klux Klan – Weiße Macht – Tradition seit 1925“ und „Ku Klux Klan – White Power – Section Germany“ beziehen sich unverhohlen positiv auf den rassistischen, antisemitischen und gewalttätigen Geheimbund aus den USA. Bei dem Aufkleber „I Love NS“ ist der positive Bezug zum historischen Nationalsozialismus offensichtlich. Und dem Motiv „Talahons abschieben“ ist in Sprache und Ikonographie der rassistische Gehalt schon anzusehen. Bemerkenswert ist indes die rechtsextreme Aneignung dieses Begriffs. „Talahons“ ging eigentlich aus einem Trend auf der Plattform „TikTok“ hervor und kam 2024 sogar in die Endauswahl zum „Jugendwort des Jahres“. Der TikTok-Trend bestand vor allem darin, dass sich männliche Jugendliche mit Migrationsbiographie, durchaus nicht immer erstgemeint, im Macho- und Gangsterpossen oder beim Schattenboxen und Liegestützten in westdeutschen Großstädten filmten.  Einige Medien, ob berechtigt oder nicht, rezipierten diesen Trend dann schließlich als in Teilen frauenfeindlich und sexistisch. Dieses Narrativ, freilich ohne die notwendige Differenzierung, übernahmen schließlich Rechtsextremisten und versuchen seitdem nicht ohne Erfolg, den Trend und den Begriff für eine jugendliche Zielgruppe popkulturell-rassistisch aufzuladen. Allein am 8. Oktober 2025, also an einem einzigen Tag, wurden in der Kleinstadt an der Elbe an sechs unterschiedlichen Klebeorten mehr als zwei Dutzend rechtsextreme und neonazistische Propagandaträger im öffentlichen Raum festgestellt (mehr dazu hier…und hier…und hier… und hier…).           

Fotos: privat am 08. Oktober 2025 in Aken (Elbe)
Quelle: eigener Bericht